Irre ist menschlich

In „Irre ist menschlich“ verfolgen wir das Zusammentreffen dreier gänzlich unterschiedlicher Charaktere in der psychiatrischen Klinik „Kleiner Albert“. Der Langzeitpatient Friedrich Stern leidet unter Depressionen und Biologe Dr. Börns … nun, klar ist erstmal nur: Der ist nicht freiwillig hier und möchte die Klinik eigentlich schnellstmöglich verlassen, um seine Forschungen an Mäusen und Ratten fortzuführen, die er für unverzichtbar hält. Allerdings nagen Zweifel an ihm, ob sich diese Experimente wirklich auf Menschen übertragen lassen. Und dann ist da noch Otto Schmidt, der eigentlich nur in Ruhe gelassen werden will, weil ihm alles andere Angst macht. Die stärkste Angst kommt aber über ihn, wenn er allein ist, denn das Schlimmste spielt sich nur in seinem Kopf ab. Das heißt … wirklich nur in seinem Kopf?

Das Stück wurde ursprünglich 2007 von Simon Anhut und Frank Worlitzer unter dem Titel „Menschlichkeits Menschheit und Menschheits Menschlichkeit“ geschrieben, aber nie aufgeführt. Für die Adaption durch die Bühne der Vergessenen wurde die Vorlage grundlegend neu bearbeitet.

Uraufführung: 2019

Die Vergessenen: Opfer von Tierversuchen

Tierversuche sind weitgehend unsichtbar für die breite Öffentlichkeit. Dabei sind sie allgegenwärtig: egal ob Waschmittel, Süßigkeiten, Tiernahrung oder Raumfahrt: alles Mögliche wird an Tieren getestet – unter teilweise extremer Gewaltanwendung. Selbst in den Bereich der vermeintlich harmlosen Verhaltensforschung fallen Versuche mit erheblichem Leiden, wenn etwa Fische mit Elektroschocks bis zur Erschöpfung durch ein Becken getrieben werden. Allein schon die Haltungsbedingungen, die mit den Versuchen einher gehen, können schwer belastend sein, beispielsweise wenn Tiere isoliert in Käfigen aufwachsen, die sonst in Freiheit in Gruppen leben. Bei den Experimenten selbst werden etwa gezielt Vergiftungen zugeführt und schwere Krankheiten am lebenden Tier erzeugt oder angezüchtet – allein das Nachahmen der Krankheit an einem Tier wird als Erfolg gefeiert, selbst wenn später das Heilungsversprechen für die Menschen ausbleibt, weil die an den künstlich krank gemachten Tieren erprobten Therapiemethoden beim Menschen nicht wirken – oder die Medikamente gar zu schlimmen Nebenwirkungen führen. Mehrere Millionen Tiere werden jedes Jahr in Deutschland an Universitäten und Instituten für Tierversuche missbraucht und anschließend wie billige Einmal-Artikel weggeworfen.

In „Irre ist menschlich“ werden verschiedene Tierversuche erwähnt, die so oder ähnlich tatsächlich stattgefunden haben. Mehr zu den realen Vorlagen der im Stück beschriebenen Tierexperimente lesen Sie hier.

Ethisch müssen sich Tierversuche grundsätzlich der Frage stellen: Sind diese Tiere nun so anders als Menschen, dass es gerechtfertigt erschiene, sie als Testobjekte zu verwenden, oder zeigt nicht allein die Absicht, die Ergebnisse auf Menschen übertragen zu wollen, dass sie uns in ihrem grundlegenden Sein so ähnlich sind, dass wir Tierversuche ebenso verurteilen müssen wie wir Experimente an unfreiwilligen Menschen verdammen würden? Und: Da Zivilisationskrankheiten – die für einen Großteil der menschlichen Todesfälle verantwortlich sind – seit langem zunehmen, trotz Jahrzehnten der tierexperimentellen Forschung: Sind wir nicht auch unseren Mitmenschen einen Wechsel zu modernen Forschungsmethoden schuldig, und einem ganzheitlicheren Verständnis von Medizin, das beispielsweise auch einen größeren (keinen alleinigen) Fokus auf erwiesenermaßen sinnvolle Prävention legen sollte, statt an dem Glauben festzuhalten, mit genug erzeugtem Leid an Unbeteiligten jede noch so erklärlich entstandene Krankheit wieder wegbehandeln zu können.

Ausführliche Informationen zu Tierversuchen finden Sie bei Ärzte gegen Tierversuche.

Eine Übersicht über die verschiedenen Anwendungsbereiche von Tierversuchen mit ausgewählten Beispielen finden Sie im Begleitheft der Tierversuchsausstellung von VENGA – Aktiv für Tierrechte.

Machen Sie sich selbst ein Bild von Tierversuchen. Es gehört zu den traurigen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, dass Proteste gegen Tierversuche abgenommen haben, weil weniger an Affen und mehr an Mäusen und Ratten geforscht wird. Wenn Sie gegen Tierversuche sind: werden Sie aktiv!